FEUERBERGE
Die höchsten Feuerberge auf Europas fernen Inseln
NIEDERLANDE
Letzte Aktualisierung: 19.12.2021
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Geografie:
Der
Stratovulkan
Mount
Scenery
liegt
in
der
Karibik
und
überragt
den
Vaalserberg,
den
höchsten
natürlichen
Punkt
der
Niederlande
auf
dem
europäischen
Festland,
um
565 Meter.
Beim
letzten
Ausbruch
im
Jahr
1640
kam
es
zu
schweren
Explosionen
und
pyroklastischen
Strömen.
Der
Mount
Scenery ist ein ruhender Vulkan.
Unsere Anreise- und Aufstiegsroute:
Nach
einem
„
Abenteuerflug
“
mit
der
Winair-Maschine
DHC
6-300
Twin
Otter
von
Sint
Maarten
zur
Insel
Saba,
beginnt
der
Aufstieg
zum
Gipfel
über
den
Mt.
Scenery Trail vom Ort Windwardside aus.
Unsere Abstiegs- und Abreiseroute:
Der
Abstieg
erfolgt
ebenfalls
über
den
Mt.
Scenery
Trail
bis
nach
Windwardside.
Von
dort
wandern
wir
ca.
5
km
nach
St.
Johns
und
durch
die
Inselhauptstadt
The
Bottom
zum
Fährhafen
Fort
Bay.
Mit
der
High
Speed
Ferry Edge II geht es zur Simpson Bay nach Sint Maarten zurück.
Anstrengung:
Bergwanderung
(T2),
Trittsicherheit
und
elementares
Orientierungsvermögen
ist erforderlich.
Ausrüstung:
Wanderausrüstung, Regenschutz und Trekkingschuhe sind empfehlenswert.
Gefahren:
Plötzliche Wetteränderungen im Gipfelbereich.
Bemerkungen:
Der
Mount
Scenery
auf
der
karibischen
Insel
Saba
ist
die
höchste
Erhebung
des
Königreichs
der
Niederlande.
Seit
der
Auflösung
der
Niederländischen
Antillen
am
10.
Oktober
2010
und
der
Eingliederung
von
Saba
als
eine
„
Besondere
Gemeinde
“
in
die
Niederlande
gilt
der
Mount
Scenery
auch
als
höchster Berg der Niederlande.
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Europas ferne Vulkane
© Erich Arndt
Am
heutigen
Tag
steht
ein
Ausflug
von
Sint
Maarten/Saint
Martin
nach
Saba,
der
kleinen
Antilleninsel
mit
dem
höchsten
Berg
der
Niederlande,
auf
unserem
Programm.
Europa
wird
in
der
Karibik
besucht.
Die
außergewöhnliche
Bergtour
hat
ihren
besonderen
Reiz,
denn
Flieger
und
Schnellboot
sind
mit
von
der
Partie.
Zuvor
fahren
Brigitte
und
ich
mit
unserem
Mietauto,
einem
kleinen
Hyundai
i10,
vom
Quartier
an
der
Simpson
Bay,
das
im
niederländischen
Teil
der
französisch-niederländischen
Insel
liegt,
zum
Airport
Princess
Juliana
International
.
Eine
Stunde
vor
dem
Abflug
beginnt
der
Check-in
sowie
die
Pass-
und
Sicherheitskontrolle
und
wenig
später
das
Boarding.
Von
den
19
Sitzplätzen
der
Winair-Maschine
DHC6-300
Twin
Otter
werden
12
belegt.
Pünktlich,
um
7:10
Uhr,
hebt
der
„
Inselhüpfer
“
landseitig
ab.
Eine
kleine
Panoramarunde
über
Saint
Martin,
dem
französischen
Teil
der
Insel,
wird
gedreht,
dann
schwenkt
der
Flieger
nach
Süden.
Da
ich
in
der
Nähe
des
offenen
Cockpit
sitze,
können die Geschehnisse dort bestens beobachtet werden.
Eine
Viertelstunde
lang
genießen
wir
den
Flug
über
das
azurblaue
Meer,
denn
dann
sind
schon
die
steilen
Hänge
und
schroffen
Felsen
von
Saba
zu
kennen.
Im
Sturzflug
geht
es
hinab
auf
die
Insel.
Ich
nehme
noch
schnell
ein
Bild
auf,
doch
dann
muss
ich
mich
festhalten.
Die
Runway
auf
dem
Airport
Juancho
E.
Yrausquin
gilt
als
die
gefährlichste
Start-
und
Landebahn
der
Welt,
denn
sie
ist
nur
knapp
400
m
lang.
Alles
geht
gut.
Die
kleine
Propellermaschine setzt hart auf und bremst sofort heftig ab.
Mein
GPS
zeigt
nach
dem
Ausstieg
eine
Höhe
von
18
m
ü.
NHN
an.
Unser
geografisches
Ziel
des
Tages,
der
Gipfel
des
Mount
Scenery, liegt noch 869 m höher.
Als
ich
zu
Hause
die
Insel
Saba
auf
der
Landkarte
suchte,
fand
ich
lediglich
einen
winzigen
dunkelgrünen
Tupfen
in
der
Inselwelt
der
Kleinen
Antillen.
Nun
sind
wir
da
und
vor
uns
ragt
der
Berg
wie
eine
Pyramide
aus
dem
Meer
empor.
Der
ziemlich
gleichmäßig
geformte
Kegel
des
ruhenden
Vulkans
bildet
den
Hauptteil
der
Insel.
An
den
Hängen
schmiegen
sich
die
Orte
Windwardside,
St.
John’s
und
die
Inselmetropole
The
Bottom.
Alles
ist
in
einem
üppigen
Grün
gebettet.
Die
Bewohner
von
Saba
nennen
ihre
Insel
stolz
„
The
unspoiled
Queen
“.
„
Die
unberührte
Königin
”
verdient
diesen
Titel,
denn
die
Fläche
von
gerade
einmal
vierzehn
Quadratkilometern
wird
von
den
knapp
1.900
Insulanern
bewohnt
und
nicht
bevölkert.
Die
kleinste
Insel
der
Niederländischen
Antillen besitzt keine Traumstrände und nur wenige Zugänge.
Da
Brigitte
und
ich
am
Nachmittag
mit
einem
Boot
nach
Sint
Maarten
zurückfahren
wollen,
ist
die
verbleibende
Zeit
bemessen.
Die
ersten
400
Höhenmeter
vom
Airport
bis
zum
Ausgangspunkt
unserer
Gipfelbesteigung,
dem
Ort
Windwardside,
lassen
wir
uns
chauffieren.
Dort
befindet
sich
ein
Touristenbüro,
in
dem
es
gratis
eine
Wanderkarte
und
auch
ein
Zertifikat
nach
der
Gipfelbesteigung
gibt.
Etwas
außerhalb
des
Ortes,
in
Richtung
The
Bottom,
liegt
der
Startpunkt
des
Mount
Scenery
Trail.
Ein
Holzschild weist den Weg zum Gipfel. Seine Inschrift lautet:
Mt. SCENERY
2855 FT HIGH 1064 STEPS
90 minuts oneway
Der
Aufstieg
durch
einen
Elfenwald,
einem
dichten
tropischen
Regenwald,
hinauf
zum
höchsten
Punkt
der
Niederlande,
beginnt
um
8:20
Uhr.
Die
angezeigten
Steps
bedeuten:
Stufen,
Stufen
und
nochmals
Stufen,
es
geht
über
469
Höhenmeter
steil
hinauf.
Meist
ist
die
Spitze
des
Berges
mysteriös
in
eine
dünne
Wolkendecke
gehüllt.
Doch
zu
früher
Stunde
haben
wir
Glück
-
nur
wenige
Wölkchen
sind
zu
sehen.
Auf
dem
Weg
nach
oben
mäandern
Brigitte
und
Erich
durch
eine
ganze
Enzyklopädie:
Palmen,
wilde
Orchideen,
riesige
Baumfarne,
Bananenstauden,
Mahagonibäume…
Als
Mensch
wird
man
immer
unscheinbarer,
während
die
Natur
majestätische
Formen
annimmt.
Sabas
nationale
Blume
Black-eyed
Susan
ist
allerorts
zu
erblicken.
Die
farbenfrohen
Vogelarten,
scheuen
Laubfrösche
und
harmlosen
Schlangen,
die
es
hier
gibt,
haben
sich
versteckt,
stattdessen
kommt
mir
eine
futterzahme
Ratte und ein ausgewilderter Hahn vor die Fotolinse.
Die
ersten
Höhenmeter
steigen
sich
recht
gut
über
die
Stufen.
Durch
eine
Lücke
im
Regenwald
wird
die
Sicht
auf
die
roten
Dächer
von
Windwardside
und
auf
die
dahinterliegenden
Hügel
Old
Boody
Hill
(224
m)
und
The
Level
(514
m)
frei.
Weiter
oben
sind
die
zwei
alten
Fernmeldetürme
zu
sehen,
die
ihre
Spitzen
in
den
Himmel
stecken.
Nach
dem
kleinen
Gipfelblick
geht’s
weiter
auf
den
Stufen
empor.
In
der
folgenden
Dreiviertelstunde
kommt
der
Kreislauf
in
Schwung.
Mit
zunehmender
Höhe
wird
es
etwas
frischer
aber
nicht
kalt.
Kurz
vor
unserem
geografischen
Ziel
teilt
sich
der
Pfad.
Links
geht
es
zum
eigentlichen
Gipfel
und
nach
rechts
zu
einem
weiteren
Aussichtspunkt.
Uns
zieht
es
zuerst
zum
Gipfel.
Geschenkt
wird
einem
hier
nichts,
denn
der
letzte
Abschnitt
führt
durch
matschiges
und
zugewachsenes
Gelände,
in
dem
eine
Machete
das
geeignete
Werkzeug
wäre.
Zuallerletzt
muss
auch
noch
ein
wenig
über
eine
felsige
Steilstufe
gekraxelt werden. Ein schlappes Tau ist als Sicherung ausgelegt.
Um
9:40
Uhr
haben
wir
die
Betonsäule
auf
dem
kleinen
Gipfelareal
erreicht
und
stehen,
fernab
von
Europa,
auf
dem
höchsten
Punkt
der
Niederlande.
Obwohl
nicht
offiziell
gekennzeichnet,
ist
dieser
Felsen
mit
der
Säule
der
„
echte
“
Gipfel
der
Insel.
Der
Lohn
aller
Mühen
ist
die
schöne
Aussicht.
Windwardside
und
die
Runway
des
Airports
liegen
wie
im
Spielzeugland
weit
unter
uns.
Der
Blick
schweift
über
das
Meer.
Im
Dunst
sind
die
Inseln
St.
Kitts,
St.
Bart,
St.
Eustatius
und
St.
Martin
zu
erkennen.
Die
Spitze
des
887
Meter
hohen
Berges
macht
seinem
Namen
Scenery
(Landschaft)
alle
Ehre.
Trotz
der
frischen
Luft,
die
auf
dem
Gipfel
weht,
bleiben
die
Pullover
im
Rucksack.
Nach
15
Minuten
Fernblick
geht
es
hinab
und
zum
etwas
tiefer
gelegenen
Aussichtspunkt
hinüber.
Dort
befindet
sich
eine
Steinplatte
mit
den
Aufschriften:
SABA EN VAALS SABA
DE TWEE MOUNT SCENERY
HOOGTE PUNTEN 877 MTR. BOVEN A.P.
VAN VAALSERBERG
NEDERLAND 322,5 MTR. BOVEN A.P.
(Vorderseite) (Rückseite)
Ich
steige
den
Felsen,
an
dem
sich
die
Steinplatte
befindet
hinauf
und
stelle
fest,
dass
der
„
offizielle
Gipfel
“
nicht
der
höchste
Punkt
der
Insel
ist,
sondern
der
10
Meter
höher
stehende
Brocken
mit
der
Betonsäule.
Nachdem
wir
unsere
geografischen
Ziele
erreicht
haben,
geht
es
auf
gleichem
Trail
nach
Windwardside
hinunter.
Das
Certificate
of
Achievement
wird
im
Touristenbüro
entgegengenommen,
dann
wandern
Brigitte
und
ich
ca.
5
km
über
St.
John’s
nach
The
Bottom.
In
der
Inselhauptstadt
gibt
es
ein
Bierchen
zur
Belohnung.
Die
Blicke
gehen
zu
den
Häusern
hinüber,
die
im
typischen
Cottagestil
gebaut
sind.
Die
aus
Holz
oder
mit
Natursteinen
errichteten
Landhäuschen
haben
weiße
Fassaden,
grüne
Fensterläden
und
rote
Schrägdächer.
Besonders
fallen
die
Holzschnitzereien
an
Blendleisten,
Pergolen
und
Zäunen
auf,
die
es
wohl
nur
hier
auf
Saba
gibt.
Neben
einigen
Häusern
sind
Einfassungen
zu
entdecken,
in
denen
Regenwasser
aufgefangen
wird. Gegen 14:00 Uhr ist der Hafen in Fort Bay erreicht.
Durch
die
Voranmeldung
verläuft
das
Kontrollprozedere
auf
der
Hochgeschwindigkeitsfähre
Edge
II
reibungslos
ab.
Um
15:30
Uhr
brummen
die
Motoren
des
Katamarans.
Die
Überfahrt
zur
Simpson
Bay
nach
Sint
Maarten
ist
ein
weiteres
Highlight
unserer
Reise.
Das
Schnellboot
rast
mit
seinen
900PS
und
nahezu
50km/h
durch
die
tintenblaue
karibische
See
und
braucht
nur
wenig
mehr
als
90
Minuten
für
die
Überfahrt.
Was
im
wahrsten
Sinn
auf
der
Strecke
bleibt,
ist
die
einzigartige
Unterwasserwelt,
die
sich
unter
uns
befindet,
denn
die
zeigt sich nur den Tauchern.
Im Reisetagebuch geblättert
(Freitag, den 08.02.2019)
Eine europäische Bergtour in der Karibik