FEUERBERGE
Die höchsten Feuerberge auf Europas fernen Inseln
PORTUGAL
Letzte Aktualisierung: 19.12.2021
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Geografie:
Ponta
do
Pico
(portugiesisch
auch
Montanha
do
Pico)
ist
ein
Stratovulkan
auf
der
gleichnamigen
Azoren-Insel
Pico.
Mit
einer
Höhe
von
2.351 m
ist
er
der
höchste
Berg
Portugals
und
des
Mittelatlantischen
Rückens.
Auf
der
Spitze
befindet
sich
ein
Vulkankrater
von
500
m
Durchmesser
und
30
Meter
Tiefe
und
in
ihm
der
Piquinho,
ein
kleiner
Vulkankegel,
der
sich
70 m
erhebt
und
den eigentlichen Gipfel bildet.
Unsere Aufstiegsroute:
Nach
der
Registrierung
in
der
Bergstation
am
Fuß
des
Pico
folgt
man
dem
Pfad
und
den
47
Orientierungspfählen
bis
zum
Kraterrand.
Von
dort
geht
es
dann
mit ein wenig Kraxelei hinauf zum Vulkanturm mit dem Messpunkt.
Unsere Abstiegsroute:
Wie Aufstieg.
Anstrengung:
Mittelschwere Bergwanderung (T2 – T3)
Ausrüstung:
Wanderausrüstung, Wetterschutzkleidung.
Gefahren:
Verletzungsgefahr am scharfkantigen Vulkangestein. Oftmals schlechtes Wetter
im Gipfelbereich.
Bemerkungen:
Anfahrt
von
Madalena:
Von
der
Kirche
in
Madalena
fährt
man
etwa
1
km
in
Richtung
Südwesten.
An
der
Kreuzung
wird
nach
links
abgebogen.
Die
Beschilderung
Mountain
gibt
die
weitere
Richtung
vor.
Auf
der
Hauptstraße
R
3-2
geht
es
etwa
12
km
stetig
bergan.
Am
Schild
mit
der
Aufschrift
reserva
natural
montanha
do
Pico
wird
nach
rechts
abgebogen.
Auf
der
schmalen
Bitumenstraße
fährt
man
dann
etwa
5
km
bis
zum
Haus
des
Berges
(Casa
da
Montanha), dem Startpunkt für die Gipfelbesteigung.
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Europas ferne Vulkane
© Erich Arndt
„
Morgenstund
hat
Gold
im
Mund
“
–
dem
Sprichwort
folgend,
geht
es
am
Sonntag
früh
aus
den
Betten.
Brigitte
überrascht
mich
mit
zwei
funkelnden
Wunderkerzen
und
einem
Geburtstagsgeschenk
(„
Eine
kurze
Geschichte
der
Menschheit
“).
Nach
dem
Frühstück
fahren
wir
vom
Küstenort
Madalena
mit
dem
Mietauto
zum
Pico.
Der
Vulkan
dominiert
die
Insel,
er
wirkt
riesig
und
gewaltig
je
näher
man
ihm
kommt.
Heute,
am
frühen
Morgen,
trägt
der
höchste
Berg
der
Azoren
nicht
seinen
berühmten
Hut
aus
Wolken,
es
herrscht
also
bestes
Wetter
zum
Bergsteigen.
Nach
einer
18
km
langen
Fahrt
über
die
inseldurchquerende
Hauptstraße
R
3-2
ist
auf
der
rechten
Seite
eine
Nebenstraße
erreicht,
auf
der
es
weiter
geht.
Ein
Schild
mit
der
Aufschrift
reserva
natural
montanha
do
Pico
zeigt
die
Richtung
an.
Im
Naturschutzgebiet
flankieren
Hortensienhecken
die
schmale
kurvenreiche
Bitumenstraße.
Da
die
grasenden
Kühe
diese
prachtvollen
Blumen
nicht
fressen,
bilden
sie
neben
den
aufgeschichteten
Mauern
aus
Lavasteinen
eine
natürliche
Begrenzung der Weideflächen.
Um
7:00
Uhr
ist
das
Berghaus
(Casa
da
Montanha)
erreicht.
Dort,
auf
1.230
Meter
Höhe,
beginnt
der
offizielle
Aufstiegspfad
auf
den
Montanha
do
Pico
.
Doch
bevor
es
auf
den
formschönen
Vulkan
geht,
muss
das
Anmeldungs-
und
Belehrungsprozedere
absolviert
werden.
Jeder
Gipfelaspirant
muss
sich
in
der
Rangerstation
registrieren
und
eine
Sicherheitsbelehrung
entgegennehmen.
Der
Grund:
Der
Berg
ist
aufgrund
rapider
Wetterwechsel
nicht
ungefährlich.
Eine
weitere
„
Hürde
“
in
den
Sommermonaten
ist
die
Limitierung
der
Wanderer,
die
hinauf
auf
den
Gipfel
wollen.
Pro
Tag
werden
lediglich
160
Bergwanderer
zugelassen.
Der
Pico
hat
auch
seinen
Preis:
10
€
pro
Person
sind
zu
entrichten.
Nach
knapp
15
Minuten
ist
alles
erledigt,
es
geht
los.
Die
ersten
Meter
steigen
Brigitte
und
ich
auf
einem
schön
angelegten
Treppenweg
hinauf,
der
nach
etwa
50
m
in
einen
ausgetretenen
Pfad
übergeht.
Noch
ist
die
Baumheide
unübersehbar
hoch.
Am
Weg
taucht
der
erste
hölzerne
Leitpfosten
mit
der
Nummer
1
auf.
Entlang
der
4,7
km
langen
Aufstiegsstrecke
sind
bis
zum
Kraterrand
weitere
46
Pfosten
aufgestellt.
Sie
sollen
bei
schlechtem
Wetter
die
Orientierung
erleichtern.
Diese
Pfähle
sind
aber
für
unerfahrene
Wanderer
kein
Freifahrtschein,
da
sie
sich
nicht
immer
in
Sichtabstand
befinden
und
teilweise
nicht
so
leicht
erkennbar
sind.
Mit
zunehmender
Höhe
wird
der
Pfad
steiler.
Die
Sicht
erweitert
sich.
Der
Blick
schweift
schon
weit
über
die
Insel
und
den
Atlantischen
Ozean.
Im
Wegverlauf
sind
auch
immer
wieder
kurze
und
zum
Teil
sehr
steile
Absätze
auf
der
erstarrten
basaltischen
Lava
zu
meistern.
Ein
gleichmäßiger
Gehrhythmus
ist
da
nicht
möglich.
Jede
Stufe
hat
eine
andere
Höhe.
Die
Muskeln
der
Oberschenkel
werden
den
Anstieg
nicht
vergessen
und
später
entsprechend
reagieren.
Nach
einer
Aufstiegsstunde,
am
Pfahl
Nr.
7,
in
1.512
m
Höhe,
wird
eine
Trinkpause
eingelegt,
denn
eine
ausreichende
Flüssigkeitsaufnahme
ist
beim
Bergsteigen
elementar.
Die
mitgenommenen
3
Liter
Wasser
werden
am
Ende
aufgebraucht
sein.
Weiter
geht
es
hinauf
von
Pfosten
zu
Pfosten.
Die
Vegetation
ist
nur
noch
knöchelhoch.
Büsche
von
Erica
azorica
und
die
hellgrünen
Spitzen
der
nunmehr
gedrungenen
Baumheide
sind
allerorts
zu
erblicken.
Zwischen
ihnen
haben
sich
Moose
und
auf
den
Lavabrocken
Flechten
angesiedelt.
Eine
weitere
Stunde
später,
um
9:00
Uhr,
ist
der
Pfahl
Nr.
24
erreicht.
Mein
GPS
zeigt
eine
Höhe
von
1.828
m
an.
Vor
uns
steigt
eine
Gruppe
junger
portugiesischer
Pfadfinder
auf.
Wir
lassen
die
Truppe
vorangehen
und
pausieren nochmals auf einer Höhe von 2.066 m.
Im
oberen
Teil
des
Vulkans
wird
es
etwas
flacher.
Es
geht
in
einem
weiten
Bogen
entgegen
dem
Uhrzeigersinn
und
geringer
Steigung
um
den
schon
sichtbaren
Rand
des
Kraters
herum.
Dann,
nach
einer
Aufstiegszeit
von
3:00
Stunden,
erreichen
Brigitte
und
ich
den
Rand
der
Caldera.
Der
Blick
fällt
erstmals
auf
den
eigentlichen
Gipfel:
Der
Pico
Pequinho,
der
„
kleine
Pico
“
wird
sichtbar.
Aus
dem
Grund
des
Vulkankraters,
der
schwarzen
Caldera,
erhebt
sich
ein
etwa
70
Meter
hoher
spitzer
Kegel.
Bis
zu
dessen
Fuß
geht
es
weglos
in
wenigen
Minuten
über
einen
erkalteten
Lavastrom.
Die
Rucksäcke
und
die
Wanderstöcke
werden
deponiert,
denn
zur
abschließenden
Kraxelei
über
Vulkanasche
und
erstarrter
Lava
werden
die
Dinge
nicht
benötigt.
Um
emporzukommen,
müssen
die
Hände
am
scharfkantigen
Lavagestein
eingesetzt
werden.
Unterhalb
des
Gipfels
wird
es
plötzlich
sehr
warm
an
den
Händen.
Die
Felsen
sind
regelrecht
durch
die
Erdwärme
aufgeheizt.
Schwefel-
und
Wasserdämpfe,
die
aus
den
Fumarolen
am
Gipfel
dringen,
lassen
nicht
vergessen,
dass
der
Vulkan
noch
heute
aktiv
ist.
Momentan
schläft
er.
In
den
letzten
500
Jahren
gab
es
vier
Ausbrüche,
die
die
Insel
fast
vollständig
mit
Lava
übergossen
haben.
Der
letzte
Ausbruch
erfolgte
1718.
Um
10:30
Uhr
erreichen
die
Sachsen
den
Gipfel
des
2.351
m
hohen
Vulkans
–
es
ist
geschafft!
Wir
stehen
auf
einer
kleinen
steinumfassten
Plattform
am
Gipfelpfosten
auf
der
höchsten
Erhebung
der
Azoren
und
Portugals.
Happy
Birthday
auf
dem
Pico
–
so
habe
ich
mir
das
zum
70.
vorgestellt!
Der
Rundblick
hinab
auf
das
Eiland,
auf
den
Ozean
und
hinüber
zu
den
Inseln
Faial
und
São
Jorge
ist
grandios.
Nachdem
die
Pfadfindergruppe
abgestiegen
ist,
haben
Brigitte
und
ich
etwa
10
Minuten
den
Gipfel
für
uns
allein,
dann
sind
die
nachfolgenden
Bergsteiger
heran.
Vorsichtig
geht
es
nach
der
Gipfelschau
bis
zum
„
Materialdepot
“
hinab.
An
windgeschützter
Stelle
wird
in
der
Caldera
gerastet.
Noch
scheint
über
uns
die
Sonne,
doch
an
den
Flanken
des
Vulkans
haben
sich
nach
der
Mittagsstunde
Quellwolken
gebildet
-
Zeit
für
den
Abstieg.
Die
Pfade
hinab
sind
für
die
folgenden
drei
Stunden
bis
zur
Casa
da
Montanha
vorgegeben.
Der
Abstieg
ist
wegen
der
unterschiedlichen
Stufenhöhen
kraftraubend
und
erfordert
mehr
Konzentration
als
der
Aufstieg,
zumal
ab
und
zu
dichter
Nebel
die
Sicht
behindert.
Diesmal
bleibt
jedoch
die
Pfadfindergruppe
hinter
uns.
In
der
Casa
erhalten
die
Gipfelstürmer
ein
Certificado
für
die
Erinnerung.
In
Madalena
lassen
wir
uns
den
SUPER
BOCK
und
im
Restaurant
A
Parisiana
das
Abendessen
schmecken.
Ein
besonderer
Tag
geht auf das Konto der Erinnerung ein.
Im Reisetagebuch geblättert
(Sonntag, den 26.08.2018)
Happy Birthday auf dem Pico